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Moskaus Internationale Verbindungen
Moskau hat stets eine besondere Rolle in der Geschichte Russland gespielt — als Hauptstadt des Moskauer und später des russischen Staates. Heute ist Moskau eine moderne, sich stürmisch entwickelnde Weltstadt, das Zentrum des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens der Russischen Föderation und aktiver Teilnehmer an allen in der Welt ablaufenden Prozessen. Die Kommunikation Moskaus und seiner Einwohner mit anderen Städten und Ländern ist seit jeher ein Prozess des gegenseitigen Kennenlernens, der gegenseitigen Bereicherung und des gegenseitigen Verstehens gewesen.
Heute unterhält Moskau regelmäßige Kontakte zu über 150 ausländischen Städten und Regionen und kooperiert mit 203 Ländern auf dem Gebiet der Wirtschaft.
Ein Schwerpunkt in den internationalen Aktivitäten der Regierung Moskaus ist nach wie vor der Ausbau der Zusammenarbeit mit Partnern in den GUS-Ländern und in den baltischen Staaten. Unterzeichnet wurden Dreijahres–Programme für die Zusammenarbeit mit der Rigaer Stadtduma sowie den Stadtverwaltungen von Wilna und Tallinn. Intensive Verbindungen bestehen zu den Hauptstädten und zu einzelnen Regionen Kasachstans, Belarus’ und der Ukraine sowie im Rahmen von Regierungskommissionen mit Aserbaidschan, Armenien und Kirgistan.
Eingebettet in die Partnerschaft mit europäischen Ländern, entwickeln sich die Beziehungen zu Berlin, Wien, Athen, Prag, Genf, Düsseldorf und Sofia sowie zu einigen deutschen Bundesländern — Bayern, Baden–Württemberg, Hessen, Nordrhein–Westfalen und Brandenburg – besonders intensiv. Mit Athen, Wien, Krakau, Düsseldorf und Genua hat Moskau Programme über Zusammenarbeit und mit Berlin Kooperationsprotokolle in den Bereichen Kultur, Berufsausbildung und Sozialversicherung unterzeichnet. Wiederaufgenommen wurde die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Bukarest. Im vergangenen Jahr wurden in Prag, Krakau, Sofia und Transnistrien “Tage Moskaus” und in Wien, Bayern, Düsseldorf und Hessen “Tage der Wirtschaft Moskaus” durchgeführt. Erfolgreich verlief eine Präsentation Moskaus in Genf. In Moskau wiederum fanden “Tage der Wirtschaft” Wiens, Bayerns, Hessens und Düsseldorfs statt.
Was Asien, den Nahen Osten und Nordafrika anbelangt, so haben sich hier die Beziehungen zu Peking, Hanoi, Djakarta, Tel-Aviv und Rabat spürbar entwickelt. Die Regierung Moskaus und die Stadtverwaltung Djakarta haben ein Programm für die Zusammenarbeit unterzeichnet, zwischen Moskau und Hanoi wurde eine Vereinbarung über die Einrichtung von Kultur- und Geschäftszentren getroffen.
In Lateinamerika wurden partnerschaftliche Beziehungen zur venezolanischen Hauptstadt Caracas hergestellt. Fortgeführt werden die Kontakte mit anderen mittel- und südamerikanischen Hauptstädten — mit Quito, Havanna, La Paz und Bogota.
Das Jahr 2008 war durch eine Zunahme der Zahl der Kontakte auf höchster Ebene gekennzeichnet. So traf sich der Moskauer Oberbürgermeister mit den Präsidenten von Bulgarien, Südkorea, Tschechien, Vietnam und Zypern sowie mit dem Sultan von Oman. Außerdem fanden Gespräche mit den führenden Repräsentanten von Athen, Berlin, Bukarest, Caracas, Djakarta, Genua, Jerusalem, Krakau, Leipzig, Prag, Rabat, Tel-Aviv und Wien sowie von Bayern, Brandenburg, Flandern und Westaustralien statt.
Ein Anliegen der Moskauer städtischen Behörden war stets die Unterstützung von im Ausland lebenden Landsleuten. Sehr rege beteiligen sich an entsprechenden Veranstaltungen stets das Moskauer Haus der Landsleute und der Internationale Rat der russischen Landsleute, die führende Organisation für die Sicherung des Zusammenhalts der russischen Diaspora. Die Regierung Moskaus hat ein weiteres mittelfristiges komplexes Zielprogramm für die Umsetzung der staatlichen Politik gegenüber den Landsleuten im Ausland im Zeitraum 2009–2011 verabschiedet.
Moskau ist die einzige Stadt in der Welt, die einen direkten Vertrag mit der UNESCO abgeschlossen hat. 2008 wurde die russische Hauptstadt Mitglied der Organisation der Welterbestädte und beteiligte sich an Veranstaltungen der Organisation Vereinigte Städte und Lokale Gebietskörperschaften. 2009 findet in Moskau eine Sitzung des Verwaltungsrates von Metropolis, einer Vereinigung der größten Städte der Welt, statt.
Als wichtiges Instrument für die russische kulturelle Einflussnahme, die Pflege des Moskauer Images und die Unterstützung von Landsleuten haben sich “Moskau-Häuser” bewährt, die es in Riga, Sewastopol und Eriwan gibt. Später sollen auch in Bischkek, Chisinau und Donezk Kultur- und Geschäftszentren eröffnet werden.
Eine zunehmende Rolle im sozialen und wirtschaftlichen Leben Moskaus und ganz Russlands spielen die außenwirtschaftlichen Beziehungen der russischen Hauptstadt. Immer häufiger initiiert Moskau Kontakte in der Sphäre der wirtschaftlichen, industriellen und wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden anderer Länder sowie ausländischer Städte und Regionen. 2008 wurden gemeinsam mit Polen, Serbien, Tschechien, der Slowakei und Griechenland Programme für konkrete Maßnahmen und Projekte in Industrie, Energiewirtschaft, Handel, Verkehrswesen, Gesundheitswesen, Mittelstandsförderung und Bildungswesen verabschiedet.
2008 hat die Regierung der russischen Hauptstadt ein gemeinsam mit dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) in Angriff genommenes Projekt mit der Bezeichnung “Unterstützung der Ausarbeitung und Einführung eines Systems der Exportförderung und Beschaffung von Investitionen” (“Moskauer Exportinitiative”) abgeschlossen. Es wurden die Internet-Portale “Investitionstor Moskaus” und “Portal für Außenwirtschaftsinformationen” eingerichtet, die in direkter Verbindung zu den Informationsressourcen von UN-Spezialorganisationen stehen. Unter Beteiligung der Moskauer Industrie- und Handelskammer wurde die Moskauer Agentur für Export- und Investitionsförderung ins Leben gerufen, deren Aufgabe es ist, Moskauer Unternehmen mit Informationen und Beratungsleistungen in der Sphäre der außenwirtschaftlichen Beziehungen zu unterstützen. Es wird daran gearbeitet, an den “Moskau-Häusern” im Ausland mit der Agentur kooperierende Industrie- und Handelszentren einzurichten.
Wichtigste Form der Außenwirtschaftsbeziehungen Moskaus ist der rasant wachsende Außenhandel. 2008 wickelten Unternehmen und Organisationen der russischen Hauptstadt mit Firmen aus 203 Ländern Export- und Importgeschäfte ab. Der Außenhandelsumsatz Moskaus belief sich auf 292,8 Milliarden US–Dollar, wobei Waren mit 289,7 Milliarden US–Dollar (38,5 Prozent mehr als 2007) und Dienstleistungen mit 3,1 Milliarden US–Dollar (Steigerung um 22 Prozent) vertreten waren. Der Import von Waren erreichte 115,5 Milliarden US–Dollar (ein Plus von 36,9 Prozent), der von Dienstleistungen 1,3 Milliarden US–Dollar (ein Zuwachs von 25 Prozent). Der Export von Waren stieg um 39,6 Prozent auf 174,2 Milliarden US–Dollar und der von Dienstleistungen um 20 Prozent auf 1,8 Milliarden US–Dollar. Ohne Berücksichtigung des Handels mit Belarus machte der Anteil Moskaus am gesamtrussischen Export 39,2 Prozent und am gesamtrussischen Import 45,1 Prozent aus.
2008 bezifferte sich der Export von Moskauer Kapital auf über 68 Milliarden US–Dollar und übertraf damit erstmalig den Umfang der nach Moskau geflossenen ausländischen Investitionen. Die umfangreichsten Exporte von Anlagekapital gingen in die Schweiz, die Niederlande, nach Großbritannien, in die USA, nach Belarus und Zypern.
Aus dem Ausland wurden 2008 in die reale Wirtschaft Moskaus 40,8 Milliarden US–Dollar investiert — das sind 42,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2007. Bei 21,1 Prozent dieses Betrags handelte es sich um Direktinvestitionen. Das Kapital kam aus 128 Ländern, wobei 71 Prozent des gesamten eingeworbenen Kapitals aus den fünf investitionsfreudigsten Ländern Zypern, Großbritannien, Luxemburg, Niederlande und Deutschland stammten. Der Anteil Moskaus am Gesamtzustrom ausländischer Investitionen in die Russische Föderation ist mit 39,3 Prozent nach wie vor relativ groß.
Deutlich gewandelt hat sich 2008 die Branchenstruktur der ausländischen Kapitalanlagen. Die Investitionen in die für ausländische Investoren traditionell attraktivste Sphäre der Moskauer Wirtschaft, den Groß- und Einzelhandel, sind um fast 48 Prozent zurückgegangen, ihr Anteil sank von 63,1 Prozent auf 52 Prozent. Hingegen sind Investitionen in Immobiliengeschäfte (absolut ausgedrückt) um 119 Prozent und in die verarbeitende Industrie um 26 Prozent gestiegen. In Moskau wird eine neue Herangehensweise geplant, die ein Gleichgewicht der Interessen von Stadt und Investoren, einen verstärkten Zustrom von Investitionen in den Forschungs- und Industrie-Komplex sowie in Infrastrukturprojekte gewährleisten soll.
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