Moskauer Portal international

Moskau: zum Leben ohne Papier

Ziel des Programms “e-Moskau” ist es, durch Einführen von Informationstechnologien das Leben in der Stadt behaglicher zu machen.

Zuerst wurden in Moskau lokale elektronische Systeme in Betrieb gesetzt, aber bald wurde es notwendig, die Arbeit verschiedener städtischer Systeme besser abzustimmen. So lief 2003 das Programm “e-Moskau” an. Seine Vervollkommnung sollte das Funktionieren der zahlreichen städtischen Dienste — von der medizinischen Schnellhilfe bis zur Miliz -verbessern, was für jeden Stadtbewohner von großer Bedeutung ist.

Es gibt noch eine Richtung, wo "e-Moskau“bereits greifbare Ergebnisse erzielt hat: die Schaffung eines Systems, das einwandfreies Funktionieren aller Systeme der Stadtbehörden sichern kann. Die Bildung elektronischer Datenbanken, der Betrieb verschiedener Kommunikationssystem sowie der Anlauf von Webportalen setzen viel Zeit für die Mitarbeiter der Präfekturen und Ämter frei.

Als vorrangig gelten die Projekte, die für die Stadtbewohner von Bedeutung sind sowie die Projekte, die, des der Stadtverwaltung erlauben, mit größtmögliche Effektivität zu arbeiten. Wenn z.B. eine elektronische Datenbank die größte Zahl von städtischen Diensten versorgt, wird sie in erster Linie entwickelt. So hat das Stadtamt für Informatisierung ein Portal geschaffen, in dem alle offiziellen Informationen gesammelt werden. Der Grundprinzip solcher Systeme — offener Zugang zu Unterlagen und geringstmöglicher Bedarf an Papierversionen.

Nennen wir die einigen Projekte des Programms “e-Moskau”, die schon erfolgreich funktionieren. 2004 wurde der Einfenster-Betrieb gestartet: den Bürgern wurde die Möglichkeit gegeben, erforderliche Unterlagen in einer einzigen Stelle zu erhalten. Jetzt werden durch den Einfenster-Dienst 165 Unterlagenarten ausgestellt. Aber da steht noch ein Problem: Zeitaufwand für Herstellung und Erwartung des Dokuments? Um den Ausstellungsprozess für alle bequem zu machen, wurde das Informationssystem entwickelt, die es ermöglichte, zu bestimmen, welche Dokumentarten am stärksten gefragt werden. Es stellte sich heraus, dass zu den “populärsten” nur 16 Dokumentarten gehören, — die wurden in die elektronische Datenbank eingetragen. Die Hauptaufgabe der Entwickler des elektronischen Systems war, den Umgang der Bevölkerung mit den Behörden bei der Ausstellung von Dokumenten zu minimisieren. Jetzt, als sie schon gelöst ist, ist eine neue Aufgabe zu lösen: die Beteiligung des Menschen (der Beamten) an der Ausstellung von Unterlagen und der Beschlussfassung völlig auszuschließen.

2007 entstanden im Moskau drei Zentren für Einwohnerbetreuung, an die man sich mit allen mit der Arbeit der städtischen Infrastruktur verbundenen Fragen wenden konnte. Solche Zentren sollen in jedem Kreis Moskaus entstehen.

Die Infrastruktur Moskaus ist sehr umfangreich: ca. 4000 Ausbildungseinrichtungen, etwa 800, примерно 800 Gesundheitseinrichtungen und viele andere Objekte. Für ihr Zusammenwirken brauchte man ein zentralisiertes Datenspeicherungs- und Datenschutzsystem, das mit elektronischen Signaturen arbeiten könnte.

Noch in den Jahren 2001 — 2002 wurden an den Eingängen der Wohnhäuser Videokameras montiert. Die Aufsicht wurde aus einem Einheitszentrum geführt. Aber dieses System erwies sich als unwirksam und teuer und versagte manchmal. So entstand die Idee, eine Videodatei zu schaffen und in jedem Bezirk ein eigenes Beobachtungszentrum zu organisieren.

Eine der nützlichsten elektronischen Neuerungen wurde für den Dienst “Schnellhilfe” eingeführt. Früher war der Standort der Brigade dem die Schnellhilfewagen nach dem Anruf schickenden Operator unbekannt. Manchmal befanden sich Ärzte neben der Anrufort, aber geschickt wurde eine Brigade aus einem entfernten Ort. Es wurde die wertvolle Zeit verloren. Jetzt funktioniert ein System für die Steuerung von Schnellhilfebrigaden mit acht Operatoren, die jederzeit Informationen über den Standort jedes Wagens haben.

Die Einwohner, die ihre Aufwendungen kontrollieren wollen, lassen in ihren Wohnungen Geräte für die Erfassung von kommunalen Dienstleistungen installieren. Die Datenerfassung erfolgt mittels eines speziellen automatischen Gebers.

Elektronische Systeme brachten auch der städtischen Miliz großen Nutzen: sie haben die Zahl der Unterlagen vermindert und die Zeit für die Erhaltung nötiger Informationen verkürzt.

Jährlich kommen nach Moskau ca. 850.000 Zuwanderer. Ein Programm für die Erfassung von Zuwanderern würde es erlauben, jedem die Karte eines ausländischen Gastes auszustellen, die Informationen über den Ort des zeitweiligen Aufenthalts, die Anstellungsberechtigung und den ärztlichen Befund enthält.

Die Einwohner erhalten Informationen durch zahlreiche Stadtportale. Es ist das Kinderportal  gestartet, das sowohl für Kinder, als auch für ihre Eltern geeignet ist. Auch Behinderte  haben jetzt ihr Portal, das unter anderem die Möglichkeit gibt, den Gesprächskries zu erweitern. Es gibt bereits das Internationale Portal Moskaus, und ein Sozialportal wird entwickelt.

In der modernen Gesellschaft nimmt die Bedeutung der elektronischen Information immer zu, und es werden neue Begriffe eingeführt. In der Weltpraktik sind schon gebräuchlich die Wörter “e-citizen” “e-Bürger”, “e-business” und “e-government” (e-Regierung), wo das “e” für “electronic” (elektronisch) steht. In progressiven Ländern, in erster Linie in den USA und Großbritannien, werden e-Regierungen unter der Parole “mehr Offenheit und Kontrollierbarkeit für die Bürger” geschaffen. Ein elektronisches System wird es den Bürgern erlauben, die Arbeit der Regierungsstellen selbständig zu bewerten; jetzt kann man Informationen für eine solche Bewertung nur von den Leitern dieser Stellen und anderen übergeordneten Personen sowie aus den Massenmedien erhalten.

Es gibt auch den Begriff “Online-Regierung”. Der Weltprojekt der Online-Regierung im Rahmen des umfangreicheren Projekts “e-Europa” wurde zu 1998 realisiert — daran nahmen über 20 Länder der Welt teil. Erfahrungen auf dem Gebiet Schaffung von elektronischen Verwaltungssystemen haben auch europäische Länder.

* Für die Vorbereitung des Artikels wurden Materialien des Komitees für Telekommunikation und Massenmedien  und der Wochenschrift PC Week/RE 
* Die Fotos: ITAR-TASS