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Näher den europäischen Standards

Näher den europäischen Standards

2008 wurde der Umweltschutz eines der vorrangigen Themen der russischen Politik. Am 18. November fand im Staatlichen Kremlpalast die vierte Allrussische Konferenz “Neue Prioritäten der nationalen Umweltpolitik in der Realwirtschaft” statt, auf der die wichtigsten Maßnahmen zur Gesundung der ökologischen Lage im Land festgelegt wurden.

Die Moskauer Verwaltungsbehörden widmen dem Umweltschutz traditionell große Aufmerksamkeit. Das Moskauer Staatliche Einheitsunternehmen (MGUP) Mosvodokanal sorgt für einen einwandfreien Betrieb der Kläranlagen der Hauptstadt, indem es deren Barrierefunktion bei der Senkung der anthropogenen Belastung der Natur verbessert, was eine zuverlässige und umweltfreundliche Produktion, die Einhaltung der Normen und Anforderungen der Naturschutzgesetze und einen komplexen Ansatz für die Nutzung von natürlichen Rohstoffen gewährleistet.

Gegenwärtig wird das Naturschutzprogramm des Moskauer Staatlichen Einheitsunternehmens Mosvodokanal für 2008—2010 realisiert, dessen Inhalt umfangreiche Maßnahmen zur Sanierung und Modernisierung von Kläranlagen, zum Gewässerschutz, zur Gewässersanierung, die Erforschung von auf die Verminderung negativer Auswirkungen ausgerichteten Technologien und die Umweltüberwachung sind.

Zur Bekämpfung der negativen Auswirkungen auf die Umwelt realisiert Mosvodokanal gemeinsam mit der Moskauer Verwaltung der Russischen Technischen Aufsichtsbehörde (Rostechnadsor) erstmals in Russland ein Projekt, das sich an die Benutzer der städtischen Kanalisation wendet und dessen Ziel eine Verminderung der Einleitung von Abwasser und verunreinigenden Stoffen in Gewässer ist. Großes Augenmerk wird dabei auf die Tätigkeiten bezüglich der Zertifizierung zur Übereinstimmung mit internationalen Standards gelegt. Am 5. Juni 2008, dem Ökologentag, erhielt Mosvodkanal den Umweltschutzpreis der Moskauer Stadtregierung für die Inbetriebnahme einer UV-Desinfektionseinheit in der Kläranlage in Ljuberzy.

Ende 2010-Anfang 2011 ist in der Wasseraufbereitungsanlage West in Moskau der Bau einer neuen Kläranlageneinheit zur Wasserreinigung durch Ozonisierung geplant. Eine neue Kläranlageneinheit ist jetzt auch in der Wasseraufbereitungsanlage Rubljowskaja in Betrieb, in der anstelle der Chlorierung die Ozonisierung angewendet wird. Das Wasser der Wasseraufbereitungsanlage Rubljowskaja wird von rund 2 Mio. Moskauern genutzt, die im Westlichen Verwaltungsbezirk der Hauptstadt wohnen. Aufgrund dieser Methode weist das Wasser keinen Chlorgeruch auf. Ein weiterer Vorteil von Ozon besteht darin, dass es sofort wirkt, während Chlor im Wasser verbleibt, wenn es durch die Leitungen zu den Verbrauchern fließt. Die Moskauer Verwaltungsbehörden planen, schrittweise auf die Wasserchlorierung zu verzichten, was derzeit jedoch wegen des Zustandes des Leitungssystems nicht zur Gänze möglich ist.

Wasser aus der Moskwa wird nach der Sedimentation mit Chemikalien (Chlor) behandelt und anschließend mit Aktivkohlefilter gefiltert. Danach wird es in Kontaktbecken geleitet, wo es mit Ozon angereichert wird. Das Areal der Wasseraufbereitungsanlage Rubljowskaja verfügt über Einheiten für die Ozonproduktion. Dieses Ozon wird in die Wasserbecken eingeleitet, in denen das Wasser mit diesem Gas angereichert wird. Die nach der chemischen Behandlung verbleibenden schädlichen Beimengungen werden oxidiert. Dadurch entspricht das Wasser der Wasseraufbereitungsanlage Rubljowskaja allen europäischen Standards.

Gewöhnlich wird in den verschiedenen Jahreszeiten eine unterschiedliche Ozonmenge verwendet, was vom Zustand der Moskwa bei Hochwasser abhängig ist. Heute werden bereits 90% des von den Moskauern genutzten Wassers mittels moderner Technologien gereinigt. Eines der modernsten Wasserwerke des Landes ist das Wasserwerk Südwest (JuSWS). Es wurde im Dezember 2006 in Betrieb genommen. Die Nachreinigung des Wassers wird in diesem Wasserwerk durch Membranen durchgeführt. Das Werk versorgt die etwa 700 000 Einwohner zählenden westlichen und südwestlichen Stadtteile Moskaus Solnzewo, Nowo-Peredelkino, Troparjowo-Nikulino, Olympisches Dorf und Ramenki mit Wasser. Das Wasserwerk Südwest ist das einzige große Wasserwerk in Russland, das die Membranfiltrierung anwendet. Die Membranen sind in der Lage, Teilchen von 0,01 μm zurückzuhalten, u. a. Viren. Die Lebensdauer der Membranen beträgt fünf Jahre.

Das Trinkwasser des Wasserwerks Südwest entspricht den europäischen Standards. Das Projekt wurde im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft realisiert. In einem offenen Wettbewerb siegte das österreichisch-deutsche Konsortium EVN-WTE. Die Gesamthöhe der Investitionen betrug 189,9 Mio. Euro.

Quelle: RIA Novosti 
Foto: Webseite MGUP Mosvodokanal