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Wasser- und Energiesparen in Moskau

Wasser- und Energiesparen in Moskau

Die anormale Hitze im Sommer 2010 führte zu einer Zunahme des Wasserverbrauchs durch die Bevölkerung um 200 000 Kubikmeter pro Tag. Verbrauchte die Stadt vor der Hitzewelle 3,8 Mio. Kubikmeter Wasser pro Tag, so waren es an den heißen Sommertagen bis zu 4,2 Mio. Kubikmeter. Dabei wird ein Drittel dieser Menge ineffizient genutzt.

Um den Moskauern zu zeigen, wie Wasser und damit Geld gespart werden kann, eröffnete das Moskauer Staatliche Einheitsunternehmen (MGUP) Mosvodokanal in weniger als zwei Monaten das Wassersparzentrum. Es befindet sich direkt gegenüber der Zentrale des Unternehmens in der Pleteschkowski-Gasse 2/5, unweit der U-Bahnstation “Baumanskaja”. Hauptaufgaben des Wassersparzentrums sind Informationen an die Bevölkerung über Wege und Methoden des Wassersparens im Haushalt, Bewusstmachung der Wichtigkeit eines effizienten Wasserverbrauchs, Erreichung einer verantwortlichen Einstellung zum Wasserverbrauch und Erhöhung des Vertrauens in die Qualität des Moskauer Leitungswassers.

Jeder Besucher findet in diesem Zentrum nützliche Informationen. So gibt es hier eine spezielle Unterstützung für Hausfrauen, die die meiste Zeit zuhause verbringen. Für die Stadtbewohner wurden auch Empfehlungen vorbereitet, wie Trinkwasser gespart werden kann. Der Ingenieur kann hier alles über die Reparatur von Rohrleitungen erfahren. Informationen über das Rohrdichtungssystem für Wohnungen und Unternehmen sind ebenfalls dienlich.

Die Experten stellen in dem Zentrum neue Modelle “intelligenter” Wasserzähler vor, die nicht nur in der Lage sind, den Verbrauch zu erfassen, sondern diesen auch um ein Drittel zu senken, indem sie den Wasserzufluss in die Wohnung, zum Geschirrspüler oder zur Waschmaschine drosseln. In Abhängigkeit von der Einführung neuer Entwicklungen auf dem Markt ist geplant, die in dem Zentrum ausgestellten Objekte gegen noch modernere auszutauschen. Alle Informationen sind auch sofort telefonisch, an den interaktiven Ständen des Zentrums oder im Konferenzsaal während der Workshops und Präsentationen von Vorrichtungen und Geräten erhältlich. Mit Einzelheiten kann man sich auf der Webseite des Zentrums über Wassersparen  und des MGUP Mosvodokanal  vertraut machen.

Das Moskauer Bürgermeisteramt ist mit diesen Neuheiten zufrieden: Sparen ist für die Stadt sehr wichtig, die Umweltsituation und die Strategie der Hauptstadt erfordern es. Ziel der Moskauer Stadtregierung ist, den Wasserverbrauch auf die europäische Zahl von 160 l pro Tag und Kopf zu bringen. Jetzt verbraucht der durchschnittliche Moskauer 200 l.

Alle vom Wassersparzentrum vorgestellten Technologien sind in vollem Maße verfügbar, aber nicht alle Stadtbewohner sind über sie ausreichend informiert. Mosvodokanal hofft, mithilfe des Wassersparzentrums die Lage zum Besseren zu wenden.

Für die Stadt ist wichtig, neben Wasser auch Energie zu sparen. Im November 2009 unterzeichnete der Präsident der Russischen Föderation Dmitri Medwedew das Föderale Gesetz über Energiesparen und Erhöhung der Energieeffizienz. Dieses Gesetz führt insbesondere Beschränkungen für den Vertrieb von Glühlampen ein und legt Anforderungen für die Kennzeichnung der Waren hinsichtlich ihrer Energieeffizienz, für die verbindliche Erfassung der Energiequellen, für die Energieeffizienz von Neubauten, für die Kürzung der Budgetausgaben zur Beschaffung von Energiequellen sowie für die Instandhaltung von Wohngebäuden hinsichtlich der Energieeffizienz fest.

Moskau kaufte im Rahmen des Energiesparprogramms bereits 2009 keine gewöhnlichen Glühlampen mehr und plant, Ende 2010 die Massenproduktion von Lichtdiodenlampen in Gang zu setzen. Die Moskauer Behörden beschlossen, 2010—2012 in den Wohngebäuden ein Energiesparexperiment durchzuführen. Während des Experiments werden in den Häusern automatische Temperatur- und Stromregulierungssysteme eingebaut, die zentralen und individuellen Wärmeübertragungsstationen und die Versorgungsleitungen innerhalb des Gebäudes modernisiert und individuelle und gemeinsame Strom-, Wärme- und Wasserzähler installiert. In den Häusern werden auch Energiesparlampen eingesetzt, eine Wärmedämmung der Tragkonstruktionen durchgeführt und eine Reihe weiterer Maßnahmen getroffen. Das Experiment dauert in den im Eigentum der Stadt Moskau befindlichen Wohngebäuden bis 2012.

Die Moskauer Stadtregierung beabsichtigt, in jedem Verwaltungsbezirk der Hauptstadt Zentren für die Schulung im Energiesparen zu eröffnen. Die Einrichtung solcher Zentren ist erforderlich, weil die Moskauer oft nicht wissen, wie die in der Stadt bestehenden Energiesparmöglichkeiten umgesetzt werden können. Die Schulung in solchen Zentren hilft die Stadtbewohner von der Notwendigkeit der Verwendung energiesparender Technologien zu überzeugen.

Bei der Moskauer Stadtregierung wurde ein Koordinationsrat für die Realisierung des Energiesparprogramms und der Erhöhung der Energieeffizienz eingerichtet. Er beschäftigt sich mit der Entwicklung einer einheitlichen städtischen Politik bei der Realisierung des Energiesparprogramms und der Erhöhung der Energieeffizienz und mit der Koordination der Tätigkeit der Exekutive der Stadt Moskau bei der Realisierung des Programms. Der Koordinationsrat ist berechtigt, Vorschläge für die Vorbereitung und Vornahme von Änderungen in den Gesetzgebungsakten und anderen Rechtsvorschriften der Russischen Föderation, die für die Realisierung des Energiesparprogramms erforderlich sind, einzubringen.

Die Stadt gewöhnt sich schrittweise an Wirtschaftlichkeit. So ist geplant, die Außenbeleuchtung in Moskau in den nächsten Jahren auf “intelligentes” Licht überzuführen.