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Mensch und wilde Natur können in Moskau Nachbarn sein

Mensch und wilde Natur können in Moskau Nachbarn sein

Auf Moskaus Territorium kann man noch an vielen Orten wilde Tiere treffen, u. a. Biber, Zwergwiesel und Elch. Wie kann man wilde Natur in einer Großstadt erhalten? Stadtteile, wo sie noch da ist, wurden als unter besonderem Schutz stehendes Territorium anerkannt, als Naturkomplex, der dem Gesetz der Stadt über besonders geschützte Naturterritorien unterworfen ist. Das Gesetz über den Schutz wilder Tiere in der Stadt steht vor der Verabschiedung.

Unter der Patenschaft des Moskauer Departements für Naturressourcen und Umweltschutz befinden sich 9 Geschichts- und Naturparks, 6 Naturschutzgebiete, 95 Naturdenkmäler und ein Nationalpark, Lossinyj Ostrow (Elchinsel). Bis zum  Jahr 2020 sollen weitere 70 größere, unter besonderem Schutz stehende Naturterritorien und rund 300 Naturdenkmäler entstehen. In Parks und Naturschutzgebieten von Moskau findet man 280 Wirbeltier-, 10 Fisch-, 3 Kriechtier- und 80 Vogelarten. Naturterritorien sind im Grunde genommen richtige Naturschutzgebiete.

Einige Tierarten fühlen sich in der Stadt sehr wohl. Biber z. B. bauen Dämme und  Wehren und bereiten dadurch übrigens der Stadt Probleme. Deshalb ist man gezwungen, Biberfamilien ins Gebiet Moskau an extra für sie ausgewählte komfortable Plätze umzusiedeln.

Das Moskauer Departement für Naturressourcen und Umweltschutz plant die Wiederherstellung städtischer Waldflächen. Innerhalb des besonders geschützten Naturterrotoriums im Tal des Flusses Setun werden Laubwaldflächen wiederhergestellt und auf den Flussniederungen Erlenwälder gepflanzt. Im Tal des Flusses Skhodnya gibt es eine Baumschule für seltene und verschwindende Pflanzen aus dem Roten Buch, in Parks und Naturschutzgebieten - sogenannte Heilpflanzengärten und Sammlungen für die Umwelt nützlicher, Phytonzide emittierender Pflanzen.

Leider ist die Nähe zur Zivilisation für Tiere und Vögel lebensgefährlich. Ab und zu finden Stadteinwohner verwundete, kranke oder von Autos niedergefahrene Tiere. Bisher werden in Moskau die Erfahrungen von Ländern wie Schweden nicht verwertet, wo der entlang der Autobahnen stehende Wald durch Schutznetze abgeschirmt wird, damit das Wild nicht auf die Autobahn kommt. Veterinäre Hilfe für wilde Tiere wird in Sergiyev Posad geleistet, wo ein Zentrum für zeitweiligen Aufenthalt wilder Tiere eingerichtet ist.

Das Departement für Umweltschutz schafft Reproduktionszentren, in denen Tiere unter Schutz stehen, aber auch Bedingungen für die Fortpflanzung und Lebenserhaltung vieler vom Verschwinden bedrohter Vogel- und Fischarten geschaffen werden sollen.

Bereits einige Dutzend Fasanen und Pfaue sind bis heute auf künstlichem Wege ans Licht gekommen; insgesamt werden mindestens einhundert Vogeljungen erwartet. Diese Vogelarten können aber nicht außerhalb der Freigehege überleben. Für das nächste Jahr plant das Departement für Naturressourcen und Umweltschutz, mit der Reproduktion von Vogelarten anzufangen, die komplizierter sind als Fasanen. Dazu gehören z. B. Raubvögel, u. a. Habichte, Rüttelfalken, Langohr- und Sumpfohreulen. Gerade diese Vögel werden die Anzahl von Krähen in der Stadt auf natürliche Weise kontrollieren können. Zahlreiche Graukrähen fügen nämlich den Populationen anderer Vogelarten in Moskau großen Schaden zu. Auf besonders geschützten Naturterritorien Moskaus sollen künftig mehrere kleine Reproduktionszentren eingerichtet werden.

Es gibt ferner Bildungsprogramme, die bei Kindern die Erkenntnis der Notwendigkeit einer humanen Einstellung zur Natur, des Schutzes von Wild und dessen Lebensraum fördern sollen. Viele Schulen kooperieren mit städtischen  Naturterritorien. Kindern im Alter von 10 bis 13 Jahren lernen in ökologischen Sommerlagern, die Natur zu beobachten.

Die Umweltschutztätigkeit zeitigt spürbare Ergebnisse. In der Moskva wurden für die Stadt seltene Fischarten, z. B. Sterlet und Regenbogenforelle, entdeckt. Das liefert ein positives Zeugnis für die Wasserqualität, denn in einem verseuchten Lebensraum können diese Fische weder leben noch sich vermehren. Sterlet, Regenbogenforelle und andere Fischarten leben in der Moskva auf der Fläche, die bis zum Flusshafen West reicht, im Raum der Stroginskaja-Flussniederung und von Serebryany Bor. Also ist der Fluss im  diesem Stadtteil mit Leben erfüllt.

Dem Schutz seltener Fischarten, die für Mittelrußland typisch sind, dient die Arbeit zur Fortpflanzung und Züchtung von Fischen in künstlichen Verhältnissen und zu ihrer Anpassung an natürliche Bedingungen. Diese Arbeit wird im schwimmenden Haus für Wassertiere verwirklicht. Dieses schwimmende Zentrum half bereits, Oka-Sterlet, Barsch, und Kaulbarsch  sowie drei Arten von Mollusken zu züchten. Sogar russische Störe konnten im Moskauer Wasser überwintern. Mobilität ist ein besonderer Vorteil schwimmender Häuser mit Sektionen für Wassertiere. Solche Häuser machen es möglich, Fische in städtische Gewässer zu lassen, ohne zu befürchten, dass sie sofort Futter für Raubfische werden.

Ein wichtiger Teil des Fortpflanzungsprogramms für Fische ist die Besiedelung von Gewässer mit es reinigenden Mollusken. Eine Molluske kann über 40 Liter Wasser filtern. Mollusken leben in Gewässern von der Spasskij-Brücke bis zum Stadtbezirk Mnewniki. Sich fortpflanzen können die Mollusken aber nur dort, wo es viele Fische gibt; wo viele Mollusken also, dort auch viele Fische.

Städtische Teiche werden kontinuierlich gereinigt und rekonstruiert. Von den Ufern wird die Betoneinbettung entfernt, die für die Wiederherstellung der Naturbalance der Gewässer nicht gerade förderlich ist.

Die Tätigkeit des Departements für Naturressourcen hat sich auch auf die städtische Umwelt ausgewirkt.  In Moskau wird ein dreijähriges Begrünungsprogramm realisiert. In der Innenstadt handelt es sich vor allem um die Rekonstruktion des Boulevardrings. Wird neben einem geschützten Parkterritorium etwas gebaut, haben die Mitarbeiter des Departements für die Einhaltung von Umweltnormativen zu sorgen.

Naturterritorien innerhalb der Stadt können nicht von der Zivilisation isoliert werden. Sie werden von Moskauern für Freizeitgestaltung und Sport genutzt. Eine der Hauptaufgaben des Departements für Naturressourcen besteht darin, einen Kompromiss zwischen der Natur und dem Menschen zu finden. In Moskau beobachtet man eine Änderung des ökologischen und Rechtsbewusstseins der Moskauer, und die Gesellschaft lehnt eine konsumorientierte Einstellung zur Natur zunehmend ab.

* Bei der Abfassung dieses Beitrags wurden Materialien der Webseite des Komitees der Stadt Moskau für Fernsehkommunikationen und Massenmedien genutzt
* Fotos wurden von ITAR-TASS bereitgestellt.