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Der japanische Herbst der Hauptstadt

Der japanische Herbst der Hauptstadt

Das Moskauer Staatliche Konservatorium veranstaltet das XII. Internationale Musikfestival “Die Seele Japans” (Nihon-no Kokoro). Dieses Festival zählt bereits zu den traditionellen, und sobald der Herbst beginnt, erwarten die Musikfreunde ungeduldig dessen Eröffnung. Die Hauptkonzerte des Festivals finden traditionell in den Sälen und Lehrklassen des Moskauer Staatlichen Tschaikowski-Konservatoriums statt. In diesem Jahr wird japanische Musik auch im “Palais an der Jausa” und im Staatlichen Institut für Kunstwissenschaft erklingen.

Wie die Direktorin des Festivals, Margarita Karatygina, erklärt, ist “Die Seele Japans” ein Versuch, zumindest ein wenig zur Seele unseres Nachbarn Zugang zu finden, und eine wohlwollende und herzliche Botschaft an das japanische Volk mit dem Wunsch nach guten und fruchtbaren Beziehungen in Gegenwart und Zukunft. Zudem unterstreichen die Organisatoren des Festivals die nahe Verwandtschaft beider Kulturen, der russischen und der japanischen, die im alten Sonnenkult und in der Naturverehrung ihren Ursprung haben.

Auf dem Festival wird nicht nur klassische und zeitgenössische japanische Musik für traditionelle Musikinstrumente gespielt, sondern auch Werke japanischer Komponisten europäischer Tradition, interpretiert von russischen und japanischen Musikern. Die Musikfreunde können auch Musik russischer und europäischer Komponisten hören, die für japanische Themen und Texte komponiert wurde.

Ziel des Festivals “Die Seele Japans” ist die Heranführung des russischen Publikums an die geistige Eigentümlichkeit und die Schätze der japanischen musikalischen Kultur und an die japanischen Erfahrungen in der Bewahrung der hohen Kulturtradition als Weg zur Erkenntnis und Festigung der nationalen Identität. In den 12 Jahren seines Bestehens hat das Festival seine Besucher gelehrt, nicht nur aus Neugier auf das Konzert zu kommen, sondern auch die für die europäische musikalische Tradition ungewöhnliche japanische Musik zu genießen und nach Gebühr zu würdigen. Davon zeugen der überfüllte Rachmaninow-Saal des Konservatoriums und der einige Minuten anhaltende Applaus nach dem Konzert “Der Mond über dem alten Schloss”. Die Musiker der Vereinigung der japanischen Musik des 21. Jahrhunderts präsentierten unter der Leitung von Nishimura Koichi eine Tradition, die in Japan den Namen Hogaku (“eigentlich japanische Musik”) trägt. Die Musiker spielten auf traditionellen japanischen Musikinstrumenten: Bambusflöten (Shakuhachi), dreisaitigen Lauten (Shamisen), japanischen Zithern (Koto) und dicken Holztrommeln. Die Japaner haben für die Klänge der alten Zither Koto einen sehr poetischen Namen: “Wind in den Kiefern”. Die Moskauer Musikfreunde konnten die ganze Poesie und Reinheit dieser wunderbaren Klänge fühlen.

Die Musikliebhaber dürfen sich noch eine zweite Begegnung mit dem musikalischen Leben Japans freuen. Das Festival endet am 23. Dezember. Vor seiner Schließung kann man traditionelle japanische Lieder (Jiuta), begleitet mit dem Koto, und ein Konzert des Meisterensembles für Shakuhachi-Spiel hören und Isseem Tsukamotos Oper “O-Natsu” für Solisten, Chor und Ensemble europäischer und japanischer Instrumente sehen. Auf dem Konzert “Der Fudschijama — Unveränderlichkeit in einer Welt von Veränderungen” werden Schwerttänze (Kenbu) und die Vorführung japanischer Kampfkünste von poetischen, rezitierten Liedern (Shigin) begleitet. Die Organisatoren des Festivals — die japanische Botschaft in Russland und das Russisch-Japanische Zentrum der musikalischen Kultur beim Moskauer Staatlichen Konservatorium — fordern auf, sich über die Musik in den Klang der japanischen Kultur hineinzuhören und das Herz mit Weisheit und Güte zu bereichern.

Das Musikfestival “Die Seele Japans” ist Teil des großen Programms des Festivals “Japanischer Herbst”, das von der japanischen Botschaft in Russland, vom Japanischen Business-Klub und vom Japanischen Zentrum bei der Moskauer Staatlichen Universität (MGU) organisiert wird. Außer Musik enthält das Festivalprogramm thematisch verschiedene Veranstaltungen wie Ausstellungen der darstellenden und angewandten japanischen Kunst, Vorträge, Workshops und Konferenzen der Vertreter der Fachwelt beider Länder, Theatervorführungen, Filmfestivals und Wettkämpfe in traditionellen japanischen Sportarten. Auf Antrag der Moskauer Schulen werden externe Vorlesungen organisiert, dank denen die Kinder die verschiedenen Aspekte der japanischen Kultur kennen lernen können: Origami, Kinderspiele, Kampfkünste (Kendo und Karate) und traditionelle japanische Musik.

Diesen Herbst finden auch andere das Thema Japan betreffende Kulturveranstaltungen statt. Im September und Oktober zeigt die Galerie RuArts die Einzelausstellung der japanischen Künstlerin Nobuko Watabiki, in deren Werken der Weg des Menschen von der Erfassung des eigenen Ichs bis zu dessen Ausdruck in der Außenwelt durch künstlerische Mittel analysiert und vermittelt wird.

Die Moskauer erwartet das interaktive Ausstellungsprojekt “Samurai. Art of War”, das am 12. November in den “Proviantlagern” des Moskauer Museums eröffnet wird. Das Ausstellungsprojekt wird vom Weltkulturfestival “Ethnolife” und vom Fonds “Erbe des Ostens” gemeinsam mit dem Historischen Museum der Stadt Moskau und dem Russischen Verband der Kampfkünste unter Mitwirkung der japanischen Botschaft in Russland präsentiert. Die Besucher können eine Gemälde- und Kalligraphiesammlung, eine Sammlung alter Schwerter großer japanischer Meister und die Rüstungen der legendären Feldherren, der Daimio, sehen.