Moskauer Programme für Adaption und soziale Integration
Die Regierung Moskaus bemüht sich konsequent um die Lösung der Probleme von Menschen mit Behinderungen. Dabei geht es darum, für sie die gleichen Möglichkeiten für die Realisierung ihrer Rechte und Interessen zu schaffen wie für alle anderen Bürger.
In Moskau sind über 1,2 Millionen Menschen mit Behinderungen registriert, darunter 26 100 Kinder. In den letzten 15 Jahren sind nicht nur bei der Gestaltung des Alltags dieser Menschen, sondern auch im öffentlichen Bewusstsein wesentliche Veränderungen vor sich gegangen. Die soziale Adaption dieser Menschen, ihre Integration in die Gesellschaft — diese Begriffe haben zusammen mit dem 1985 verabschiedeten Gesetz über den sozialen Schutz Behinderter Eingang in unser Leben gefunden. Von außerordentlich großer Bedeutung für die konkrete Hilfe bei der Rehabilitierung dieses Personenkreises waren in Moskau die von der Regierung der Stadt angenommenen Programme.
Eines davon ist das “Programm für die soziale Integration von Menschen mit Behinderungen und anderen Personen mit eingeschränkten Lebensfunktionen in Moskau im Zeitraum 2007–2009”, das die medizinisch–soziale Rehabilitierung, die Schaffung einer komfortablen und freundlichen Umwelt für in ihrer Mobilität eingeschränkte Bürger, die Zugänglichkeit von Informationen, soziale Partnerschaft und eine entsprechende Personalpolitik beinhaltet, außerdem die Gewährleistung des Zugangs zu kulturellen Ereignissen, Sportveranstaltungen und Tourismus, damit sich Menschen mit Behinderungen nicht von der Gesellschaft isoliert fühlen.
Rege haben sich an der Ausarbeitung des Programms alle gesellschaftlichen Behinderten-Organisationen beteiligt, deren Vorschläge von den städtischen Behörden dann auch berücksichtigt wurden. In das System der Rehabilitierung sind 1421 Organisationen involviert, die Kinder und Erwachsene mit Behinderungen medizinisch und sozial sowie im Bildungsbereich betreuen. Insgesamt gesehen, entspricht das geschaffene Rehabilitierungssystem den Bedürfnissen der betroffenen Personengruppe.
In Moskau wurden Zentren für komplexe Rehabilitierung eingerichtet, die sich nicht nur mit physischer Rehabilitierung befassen, sondern auch unter Einbeziehung von Neurochirurgen, Internisten, Neurologen, Urologen und Psychiatern Programme für die soziale Adaption umsetzen. Seine Arbeit aufgenommen hat ein solches Zentrum für Krebspatienten, vor allem für krebskranke Kinder. Im Idealfall muss ein solches Rehabilitationszentrum nicht nur ein Ort der Vorsorge, sondern auch eine Anlaufstelle in Krisensituationen sein, an die man sich im Notfall wenden kann und wo einem die professionelle Hilfe von Trainern, Psychologen und Ärzten zuteil wird.
Es ist vorgesehen, 2009 in ausreichendem Umfang Dienstleistungen der medizinischen Rehabilitierung zu gewährleisten, Arbeitsplätze für Personen mit Behinderungen zu schaffen und Bildungsprogramme zu realisieren. Außerdem wird erwartet, dass bis Ende 2009 mindestens 1800 Wohnungen für Behinderte bereit gestellt werden, zudem sollen Gehsteige und Fußgängerunterführungen barrierefrei gemacht und die öffentlichen Verkehrsmittel mit Rollstuhlrampen und Anzeigetafeln ausgestattet werden.
Das arbeitsaufwendigste Problem ist zurzeit die Anpassung des städtischen Milieus an die Bedürfnisse der Menschen mit körperlichen Behinderungen. Momentan sind bereits auf 19 Buslinien die Fahrzeuge mit ausfahrbaren Rampen und mit für Rollstuhlfahrer reservierten Flächen versehen. In zwei Stadtbezirken Moskaus verkehren Linientaxis mit der Bezeichnung “Bequemer Transport”.
Allmählich werden auch Sporthallen und Schwimmbecken in der Stadt behindertengerecht eingerichtet.Bei Straßen– und Sportfesten werden spezielle Zuschauerplätze für Rollstuhlfahrer, Sehschwache und Hörgeschädigte vorgesehen.
Moskau ist bestrebt, alles zu tun, damit sich Mitbürger mit Behinderungen als in der Stadt gern gesehene Menschen fühlen können.
Eine vorrangige Aufgabe des Programms ist die Rehabilitierung und soziale Integration behinderter Kinder. Bisher wurden Kinder mit Behinderungen in korrigierenden Internatsschulen unterrichtet. Es ist geplant, ihnen den Besuch von allgemeinbildenden Schulen zu ermöglichen. In 520 von insgesamt 809 ausgewählten Schulen ist bereits dafür gesorgt worden, dass hier Kinder mit Behinderungen zusammen mit den anderen Schülern den Unterricht besuchen können.
Vorgesehen ist, den Fernunterricht für Kinder mit Behinderungen aktiv zu entwickeln. So wurde in Moskau eigens eine Schule für behinderte Kinder eingerichtet, die keine korrigierenden Bildungseinrichtungen besuchen können; ihnen wird die Möglichkeit geboten, von zu Hause aus am Unterricht teilzunehmen. Für 1514 Kinder wurden für Mittel aus dem städtischen Haushalt Computer und andere notwendige Technik erworben, und die Lehrer unterrichten die Kinder nach einem speziellen Programm.
Personen im erwerbsfähigen Alter, die eine Rehabilitierung hinter sich haben, wird bei der Stellensuche geholfen. Von den insgesamt 1,2 Millionen Moskauern mit Behinderungen sind 300 000 in der Lage zu arbeiten bzw. arbeiten bereits. Die Festlegung von Arbeitsplatzquoten für Behinderte ist ein wichtiges Mittel, um diejenigen zu unterstützen, die Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche haben. In Moskau gibt es eine gesetzliche Bestimmung, laut der Unternehmen mit durchschnittlich mehr als hundert Beschäftigten eine bestimmte Zahl von Behinderten einstellen müssen. Die Regierung Moskaus ist der Auffassung, dass die Erfolge, die bisher bei der Integration der Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft erzielt worden sind, nur der Beginn dessen sind, was man sich vorgenommen hat — nicht mehr als 20 Prozent vom Wünschenswerten.
* Quellen: Internetseiten des Ausschusses für Telekommunikation und Medien der Stadt Moskau und der Zeitung Rossiskaja gaseta
* Fotos: ITAR TASS
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