Neue Merkmale der Moskauer kostenlosen medizinischen Betreuung
Heute ist das Gesundheitswesen einer der bedeutendsten Sektoren in Moskau. Das Programm „Das hauptstädtische Gesundheitswesen“ ist für 2008–2010 geplant und soll eine effektive Deckung des Bedarfs der Moskauer an allen Arten der kostenlosen medizinischen Betreuung fördern.
Aufgrund einer detaillierten Analyse der wichtigsten Gesundheitsparameter und deren Dynamik wurden die Prioritäten des städtischen Zielprogramms „Das hauptstädtische Gesundheitswesen“ für 2008–2010 gesetzt. Dabei handelt es sich um Herz-, Gefäß- und zerebrovaskuläre Erkrankungen (am weitesten verbreitete Pathologie mit 24% der gesamten Erkrankungshäufigkeit und häufigste Todesursache), onkologische Erkrankungen (Zunahme von bösartigen Neubildungen in den letzten 5 Jahren um 16,5%, zweithäufigste Todesursache), psychische Störungen (Zunahme der Arbeitsunfähigkeit, Zunahme von psychischen Grenzzuständen), Tuberkulose (die epidemische Lage in Moskau ist stabilisiert, Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit sind niedriger als in der übrigen RF, das Problem bleibt jedoch aktuell), endokrinologische Erkrankungen (jährliche Zunahme der Häufigkeit um 4–5%, Anstieg der Zahl der fettleibigen Patienten, darunter auch Kinder) und HIV-Infektion (die Erkrankungshäufigkeit in Moskau ist 2007 verglichen mit 2006 um 5% gesunken, was die Notwendigkeit der weiteren Umsetzung von Vorbeugungsprogrammen bestätigt).
In Moskau gibt es 159 Krankenhäuser, darunter 31 Geburtskliniken, davon 12 Entbindungsstationen in Krankenhäusern, 13 wissenschaftliche und Forschungseinrichtungen, 8 Hospize, rund 9 500 verschiedene medizinische Einrichtungen und 21 Kleinkinderheime. Zum Gesundheitssystem gehören Blutspendestationen, Gutachtenbüros und 9 Büros für Medizinstatistik. Das staatliche Unternehmen „Hauptstädtische Apotheken“ verfügt über 260 Apotheken.
In der Hauptstadt wird das poliklinische System ausgebaut, über das Vorsorgeuntersuchungen von Personen durchgeführt werden, die in von der öffentlichen Hand finanzierten gesundschädlichen Branchen beschäftigt sind. Es läuft auch ein spezielles Hilfsprogramm für Studenten, die eine Behandlung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates benötigen. Besondere Aufmerksamkeit wird den Bewohnern von Wohnheimen gewidmet.
Die Polikliniken der Stadt werden aus dem städtischen und föderalen Budget mit moderner Medizintechnik ausgerüstet. Verstärktes Augenmerk gilt dem städtischen Rettungsdienst. Eigene Einheiten des Rettungsdienstes sind erfolgreich an großen Autostraßen im Einsatz. Die Rettungsteams sind neben den Posten der Verkehrspolizei (GIBDD) stationiert. Die schwersten Unfälle ereignen sich gerade auf Autobahnen, so dass die Rettungswagen schnell an den Einsatzort gelangen. Mit Hilfe der Verkehrspolizisten wird auch die Anfahrtszeit der Rettungswagen zu den Krankenhäusern verkürzt.
Das städtische Department für Gesundheitswesen vertritt die Position, dass eine Rückkehr zur Aufklärungstätigkeit unter der Bevölkerung notwendig sei, insbesondere deshalb, weil die Bewohner der Stadt nur unzureichend über den Schutz vor Erkrankungen wie HIV oder Hepatitis und über deren Folgen informiert sind.
Ein weiterer wichtiger Bereich des städtischen Gesundheitswesens, ohne den es nicht existierenden kann, ist das Blutspendewesen. Die fehlende Aufklärungstätigkeit führte dazu, dass die Zahl der Blutspender beträchtlich abgenommen hat. Immer öfter wird Blut gegen Bezahlung gespendet: Nur 38% der Blutspender verzichten auf eine Entlohnung. Ein weiteres Problem ist der Gesundheitszustand der Blutspender. Der Blutspender muss untersucht werden, bevor er Blut spendet. Das Gesundheitsministerium unternimmt gezielte Schritte, um eine Datenbank derjenigen Blutspender zu erstellen, die sich regelmäßig untersuchen lassen. 2007 wurden 2,5 Mio. Personen untersucht, um für die Empfänger bei einer Transfusion von Blutbestandteilen größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. 2008 wurde das gesamtrussische Internetprojekt des Staatlichen Entwicklungsprogramms für das Blutspendewesen Blutspendedienst gestartet. Das Internetportal www.YaDonor.ru wurde als einheitliche Plattform mit Informationen über den Blutspendedienst und das Blutspendewesen erstellt. Die Webseite enthält Informationen über das Entwicklungsprogramm des Blutspendedienstes und rechtliche Grundlagen zum Thema Blutspendewesen. Die Besucher der Webseite erfahren, wie und wo in ihrer Region Blut gespendet werden kann. Der Abschnitt „Blutspender werden“ gibt detaillierte Erläuterungen für diejenigen, die Blut spenden möchten. Ein eigener wichtiger Block ist die Blutspenderkarte, auf der für jede Region die Anzahl der Blutspender pro tausend potenzielle Blutspender dargestellt ist. Auf der Webseite besteht auch die Möglichkeit, eine Anmeldung zum Entwicklungsprogramm des Blutspendewesens auszufüllen und eine Nachricht mit Vorschlägen an das Organisationskomitee zu senden. Gegenwärtig läuft der erste Teil des Portals, das in Zukunft noch erweitert werden soll.
Das Programm sieht die Aneignung medizinischer Hochtechnologien vor. In dieser Richtung sind 13 Forschungsinstitute tätig. In der Abteilung für Kardiochirurgie des 13. Krankenhauses wurde eine einzigartige Kinderintensivstation eröffnet. Zudem ist ein Kinder-Verbrennungszentrum im 9. Krankenhaus in Betrieb. Eben dort wurden auch die Kinder aus Beslan behandelt.
Dank der für die Neuausrüstung von Geburtskliniken, für die Erhöhung der Personalgehälter (sind in den letzten 5 Jahren um mehr als das Vierfache gestiegen) und für die fachliche Weiterbildung der Spezialisten (an den Weiterbildungskursen nehmen jährlich über 9 000 Ärzte und 7 500 Angehörige des mittleren medizinischen Personals teil; das Personal wird in festgesetzten Intervallen geprüft; mit den städtischen Krankenhäusern kooperieren über 160 Lehrstühle der Moskauer Universitäten und Hochschulen) bereitgestellten Mittel sind in der Stadt die Säuglingssterblichkeit (hier wurden westeuropäische Zahlen erreicht) und die Müttersterblichkeit gesunken. Erschwerend kommt hinzu, dass 37% der Moskauer Krankenhäuser vor 1917 errichtet wurden. Viele von ihnen, z. B. das 1. und 4. Städtische, Morosow-, Filatow-, 23. und 24. Krankenhaus, befinden sich in Gebäuden, die als Baudenkmäler unter Denkmalschutz stehen.
Die Moskauer Bevölkerung altert, so dass immer mehr Menschen medizinische Betreuung benötigen. Um dieses Problem zu lösen und die Krankenhäuser zu entlasten, werden Tageskliniken eröffnet. In ihnen wird der Patient tagsüber behandelt und verbringt die Nacht zu Hause. Ferner muss in der Stadt allgemein das Stauproblem gelöst werden, damit die Rettungswagen bei einem Notruf schneller den Einsatzort erreichen.
In Moskau gibt es mehrere Abteilungen für Schwerkranke sowie Hospize. Das Department für Gesundheitswesen schätzt jedoch, dass die Moskauer moralisch noch nicht bereit sind, unheilbar Kranke in Hospizen unterzubringen. Wesentlich aktiver entwickelt sich in Moskau der Fürsorgedienst.
Die Moskauer Stadtregierung verabschiedet kontinuierlich sozial orientierte Lösungen. Von Jahr zu Jahr wächst das konsolidierte Budget des Sektors. Im Zeitraum von 2003 bis 2008 betrug die Budgeterhöhung 44 Mrd. Rubel.
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