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Unbeschränkte Aufmerksamkeit für beschränkte Möglichkeiten
Die Schaffung von komfortablen Lebensbedingungen in der Stadt für Personen mit eingeschränkter Mobilität ist nicht mit dem Jahr 2009, dem Jahr der gleichen Möglichkeiten, zu Ende, sondern wird in der Strategie zur Erhöhung der Lebensqualität bis 2020 fortgesetzt. Gegenwärtig leben in Moskau über 1,2 Mio. Behinderte, davon über 15 000 Sehschwache und Blinde, mehr als 26 000 Personen mit Pathologien des Stütz- und Bewegungsapparates, 6 500 Gehörlose und Hörschwache, 5 000 Behinderte infolge infantiler Zerebralparese und 27 000 behinderte Kinder.
Die Moskauer Stadtregierung möchte 2012 bei der Schaffung eines barrierefreien Umfeldes für Behinderte europäisches Niveau erreichen. An die Bedürfnisse Behinderter sind bereits 7 300 Verwaltungsgebäude angepasst. Es wurden 480 stationäre Plattformlifte in Wohngebäuden eingerichtet. Rollstuhlfahrern wurden 86 Wohnungen zur Verfügung gestellt. Für Sehschwache wurden Ampeln mit audiovisueller Signalisierung installiert.
Im Jahr 2009, dem Jahr der gleichen Möglichkeiten, schaffte die Stadt 238 Niederflurbusse und 83 Niederflur-Oberleitungsbusse an. Der individuelle Beförderungsdienst für Behinderte „Sozialtaxi“ nahm über 137 000 Bestellungen von individuellen Beförderungen entgegen. Im Auftrag des Moskauer Bürgermeisters werden beginnend mit 2007 in Neubauten Plattformlifte für Behinderte installiert. Nun ist aber besonders wichtig, dass Personen mit eingeschränkter Mobilität sie selbständig oder notfalls mit Hilfe von Bedienungspersonal benutzen können. In alten Häusern ist die Aufgabe nicht einfach, aber es konnte ein Ausweg aus der schwierigen Situation gefunden werden: mit Hilfe eines Fernbedienungssystems für die Plattformlifte. 2010 werden bei der Generalsanierung der Wohngebäude zu den bereits vorhandenen 608 Plattformliften noch zusätzlich 150 installiert.
Das Department für Verkehr und Fernmeldewesen der Stadt Moskau versieht die Ampeln mit elektronischen Elementen, die helfen, das Ampelsignal zu erkennen. Überdies kaufte es für Personengruppen mit eingeschränkter Mobilität 600 Haltestellenpavillons, die an die Bedürfnisse der Behinderten angepasst und mit Informationstafeln ausgestattet sind.
2010 ist die Anpassung von 63 Übergängen/Abfahrten vom Gehsteig auf die Fahrbahn geplant: an den Stationen der Arbatsko-Pokrowskaja-, Filjowskaja- und Sokolnitscheskaja-Linie der U-Bahn und der Monorail (Einschienenbahn). Einige U-Bahnstationen sind bereits mit Spezialaufzügen ausgerüstet. In den Stationen Poleschajewskaja und Botanitscheski Sad wurde ein Versuch gestartet, bei dem auf die Stufen spezielle Kontrast- und Antirutschbeschichtungen aufgebracht wurden.
Die Moskauer Stadtregierung sucht gemeinsam mit der Moskauer U-Bahn neue Möglichkeiten, um das Leben der Behinderten an das städtische Umfeld anzupassen, wenn dies auch nicht einfach ist, denn die überwiegende Mehrheit der städtischen Objekte wurde jahrzehntelang ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse verschiedener Personenkategorien gebaut, und die jetzige Aufgabe besteht darin, die Bedürfnisse ausnahmslos aller Personen zu berücksichtigen.
Ein sehr ernstes Problem für Behinderte stellt die Arbeitssuche dar. Damit ein Arbeit suchender Behinderter und ein Arbeitgeber, der eine geeignete freie Stelle hat, einander finden können, veranstaltet Moskau jährlich zwei städtische Unternehmenskontaktmessen, die auf alle Behindertenkategorien ausgerichtet sind. Für einzelne Gruppen finden Minimessen statt, um den Bewerbern bei der Auswahl des Arbeitsplatzes höchstmöglichen Komfort zu gewährleisten.
Da die Arbeitsämter selbst keine Arbeitsplätze schaffen können, müssen bevor offene Stellen angeboten werden können, oft erst Arbeitgeber gesucht werden. Die Mitarbeiter der Arbeitsämter und verschiedener Vermittlungsagenturen unternehmen alles, damit die Informationen über ihre Tätigkeit die Bevölkerung erreichen. Das Department für Arbeit und Beschäftigung der Stadt Moskau widmet auch der Beschäftigung von Behinderten große Aufmerksamkeit. Im September 2010 wird im 5-yj Donskoi projesd ein Callcenter eröffnet, in dem mehr als 1 600 Sehschwache und Blinde beschäftigt werden sollen. Das Callcenter im Ogorodnyj projesd ist bereits in Betrieb. In ihm arbeiten 825 Sehbehinderte, die Bestellungen der Bevölkerung für Warenlieferungen annehmen. Im Frühling 2011 wird das dritte derartige Callcenter eröffnet. Obwohl die Ausstattung der Arbeitsplätze für Behinderte sehr teuer ist, erachtet das Department für Arbeit und Beschäftigung der Stadt Moskau dieses Programm auch als wirtschaftlich vorteilhaft.
Die Abteilung für Beschäftigungsförderung für Behinderte des Zentralen Verwaltungsbezirks der Stadt Moskau ist, obgleich sie zum Zentralen Verwaltungsbezirk gehört, für die ganze Stadt tätig. Es gibt verschiedene offene Stellen: Eine Firma, die sich mit Volkskunst beschäftigt, bietet beispielsweise Hörbehinderten an, händisch Schachteln für Neujahrsgeschenke (A. d. Ü.: In Russland beschenkt man sich im Unterschied zum übrigen Europa nicht zu Weihnachten, sondern am 31. Dezember) und die Parfümerie anzufertigen. Die Abteilung für Beschäftigungsförderung für Behinderte legt eine Datenbank von Unternehmen an, die bereit sind, Fachleute mit einer körperlichen Behinderung aufzunehmen; die Auswahl der Fachleute wird unter Berücksichtigung des individuellen Rehabilitationsprogramms des Behinderten vorgenommen, gegebenenfalls wird für die Fachleute eine Patronanz organisiert.
Es ist auch sehr wichtig, dem Arbeitgeber zu helfen, Stereotypen gegenüber einem behinderten Mitarbeiter abzulegen und den Bewerber eben als „Mitarbeiter mit einer eingeschränkten Funktion, der alle übrigen Fähigkeiten bewahrt hat“ zu sehen. Das Department für Arbeit und Beschäftigung der Stadt Moskau veranstaltete am 29. Juli 2010 das Forum „Flexible Beschäftigungsformen“. Für die Stadt ist es wichtig, beispielsweise Beschäftigungsformen wie Telearbeit zu vervollkommnen, und das nicht nur für Behinderte, sondern auch für Eltern und Pfleger, die behinderte Kinder betreuen. Es ist auch wichtig, ihre Rehabilitationsmethoden zu lernen. Die städtischen Arbeitsämter sind sich dessen bewusst, dass noch immer ein Mangel an Arbeitsplätzen mit flexiblen Beschäftigungsformen herrscht und dass in dieser Richtung noch weiterzuarbeiten ist, um ihre Anzahl zu erhöhen.
In der Stadt setzt sich die regionale gemeinnützige Behindertenorganisation Perspektiva sehr für die Behinderten ein. Die Arbeitgeber, die offene Stellen für Behinderte anbieten, sind völlig verschieden: von Einzelunternehmern bis zu weltweit führenden internationalen Unternehmen. Die Stellen sind ebenfalls unterschiedlich: von unqualifizierter Heimarbeit bis zu Abteilungsleitern (Buchhalter, Ökonomen, Lehrer, Operatoren, Geschäftsvermittler usw.). 2009 wandten sich 1 190 Behinderte an die Organisation, von denen 390 eine Stelle vermittelt werden konnte. Von Januar bis Juli 2010 kontaktierten 483 Personen die Organisation, von denen 190 eine Stelle erhielten.
Behinderten werden Stellen in großen Einkaufszentren angeboten. Die ständigen Partner der gemeinnützigen Organisation Perspektiva statten die Arbeitsplätze speziell für Hörbehinderte aus. Als einer der ersten bot der Hypermarkt Auchan Behinderten Stellen an. Es gibt bereits Beispiele positiver Erfahrungen mit dem Supermarkt Mosmart, der sogar beschloss, ständig einen Gebärdensprachdolmetscher zu beschäftigen, damit die behinderten Mitarbeiter besser zurechtkommen. Den aktiven Arbeitgebern hat sich nun auch die Handelskette Familija angeschlossen.
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