Zirkusse
Die Wurzeln der russischen Zirkuskunst reichen bis zum alten Handwerk des fahrenden Volkes, der Possenreißer, zurück. Die Zirkuskunst war auch den Einwohnern des alten Moskau bekannt. Vor den Stadtbewohnern traten sowohl zugewanderte als auch sesshafte, in der Siedlung Skomoroschki (an der Kreuzung von Bolschoi-Dmitrowka-Straße und Stoleschnikow-Gasse) lebende Possenreißer auf. Die besten von ihnen gaben Vorstellungen in der 1613 am Hof vom Zar Michail Fjodorowitsch eingerichteten «Possenkammer». Zirkusspektakel wurden auf Jahrmärkten und Festen auf dem Jungfrauenfeld (Dewitschje Pole), dem Nowinski-Boulevard und in den Stadtteilen Sokolniki und Marjina Roschtscha und später in Schaubuden und Menagerien gezeigt.
Im Frühling 1764 lernten die Moskauer die Kunst des englischen Reiters, des «Pferdeschalks», wie man damals schrieb, Jacob Bates kennen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gaben viele ausländische Reiter in Moskau Vorstellungen: Samson, Maury und der berühmteste von ihnen, Pierre Maillet. Er kam 1794 nach Moskau. Die von ihm geleitete Truppe bestand aus 24 Reitern und 30 Pferden. Im 19. Jahrhundert besuchten Moskau viele gefeierte Truppen wie die von Tourniere oder Guerra.
1844 errichtete der «Stallmeister des türkischen Sultans», der Franzose Soulier, auf dem Lubjanskaja-Platz ein Amphitheater, in dem er pompöse Vorstellungen gab. Der Schriftsteller Michail Sagoskin, der Direktor der Moskauer Kaiserlichen Theater war, wirkte bei der Errichtung eines Zelts für einen Sommerzirkus mit, der 1830 im Lustgarten (Neskutschnyj Sad) eröffnet wurde. 20 Jahre später wurde ein weiterer Sommerzirkus im Eremitagegarten eröffnet, der damals in der Staraja-Boschedomka-Straße (heute Durow-Straße) lag.
Der erste stationäre Zirkus wurde 1853 von Oberst Nowosilzew in der Petrowka-Straße errichtet (heute befindet sich an dieser Stelle das Einkaufszentrum ZUM). Ein weiterer wurde 1869 von Carl Hinne in der Wosdwischenka-Straße errichtet (der Zirkus bestand 30 Jahre).
Die Geschichte des Moskauer Zirkus am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist mit dem Namen der Brüder Nikitin verbunden. 1883 errichten sie auf dem Chodynski-Feld zur Zeit der Festlichkeiten anlässlich der Krönung Alexanders III. ein Amphitheater mit zwei Manegen und einem Hippodrom, in dem «Beduinenrennen», «Römische Wagenrennen» u. v. a. stattfanden.
Bis heute ist der Zirkus eine der liebsten Vergnügungen der Moskauer geblieben. Nunmehr bieten in der russischen Hauptstadt der Moskauer Nikulin-Zirkus auf dem Zwetnoi Boulevard, der Große Moskauer Zirkus auf dem Prospekt Wernadskogo und der neue Zirkus der tanzenden Springbrunnen «Aquamarin» in Ismailowo Vorstellungen an. Im Sommer zeigen in verschiedenen Moskauer Stadtteilen und Parks Artisten in Zirkuszelten ihre Nummern.
Nützliche Links
Zirkusse in Moskau
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